Kunstsammlung in Hammerbrücke
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Kunst im Vogtland: Wie ein bayerisches Künstlerehepaar sein vogtländisches Traumzuhause schuf

Vogtland

Wer in der kleinen Gemeinde Muldenhammer, Ortsteil Hammerbrücke, Richtung Ortsausgang unterwegs ist oder in den Ort hineinfährt, nimmt es kaum wahr: Das dunkelrote Backsteingebäude, das sich über viele Meter längs zum Straßenrand hinzieht. Dass sich hier mit einer spektakulären Sammlung außergewöhnliche Kunst im Vogtland befindet, ahnt kaum jemand. Selbst viele Einheimische wissen es nicht. Und doch ist es so.

Zwei ausgewiesene Kunstliebhaber und -kenner haben sich zwischen imposanten Wäldern und sanften Bergen ein Kunstdomizil geschaffen, das seinesgleichen sucht: Das Ehepaar Baumann. Einst haben sie in Nürnberg zusammen ein Auktionshaus geführt, er – der Künstler – und sie – die Designerin.

Kunst im Vogtland

Ein Leben lang haben sie sich mit schönen Dingen umgeben und damit gehandelt. Ihr Kunstinteresse ist vielfältig und beschränkt sich bei weitem nicht nur auf Bilder. Bei Rainer Baumann liegt das in der Familie. Schon sein Vater, Werner Baumann, war Künstler und agierte sowohl als Maler, Dichter und Visionär.

Kunst im Vogtland: Irgendwann stand Hammerbrücke auf dem Programm

Als der Vater verstarb, übernahm Rainer Baumann seine große Sammlung an Kunstwerken verschiedener Stilrichtungen, die von ihm selbst und von anderen Künstlern stammen. Es war auch die Zeit, als die Baumanns an einen Ortswechsel dachten und sich auf die Suche nach einem Platz, der Raum für ihre Kunst(sammlung) und Lebensqualität gleichermaßen bot, machten. Es verwundert nicht, dass es letztlich das Vogtland wurde, in dem das kreative Ehepaar fündig wurde. Allerdings dauerte es eine Weile und beide wollten schon aufgeben, als sie in Muldenhammer das perfekte Anwesen fanden.

Ein alter Industriebau, in dem einst Webstühle standen und in dem man dem im Vogtland verbreiteten traditionellen Handwerk des Webens nachging. Jahrzehnte, nachdem das rhythmische Klappern der Webstühle verklungen war, verliebten sich Helga und Rainer Baumann in diesen Ort. Er passte perfekt. Für sie und für ihre Kunst. Schon kurz nachdem sie sich an ihrem neuen Lebensmittelpunkt niederließen, begannen sie, das Industrieensemble nach eigenen Vorstellungen umzubauen.

Galerie Hammerbrücke

Mit der Prämisse, die Kunstwerke von Rainer Baumann, die Sammlung seines Vaters und die eigenen erworbenen Stücke adäquat in Szene zu setzen. Das ist ihnen gelungen und zwar wahrlich meisterhaft!

Schon der Eingangsbereich lässt darauf schließen, dass die Bewohner Künstler und Kunstliebhaber sind. Stilistische Formvollendung geht hier mit einer persönlichen architektonischen Note eine angenehme Symbiose ein. Man fühlt sich sofort wohl, was auch daran liegt, dass auf einen bei Künstlern oft anzutreffenden kalt-minimalistischen Stil verzichtet wurde. Der sich dem Foyer anschließende Garten ist eine Augenweide.

Im Außenbereich: Oben Kleinod, unten Kellergeheimnisse

In dem gepflegten Kleinod wechseln sich Kunst-Elemente – von schräg bis gefällig – mit einheimischen und mediterranen Hölzern und Gewächsen ab. Selbst Nebengebäude und Tore sind außergewöhnlich gestaltet und mit Kunst versehen.

Ein riesiges, dunkles Kellergebäude hat das Ehepaar kurzerhand zum „Verrottungsmuseum – Grotte des Zauberers“ erklärt und bewahrt dort Stücke auf, die woanders nicht so richtig hinpassen. Aber selbst die „verrottenden“ Elemente entfalten einen ungewöhnlichen Zauber und wirken auch im Zustand des „abgestellt seins“ wunderbar arrangiert.

Bilder in der Remise

In den Innenräumen des beeindruckenden Anwesens finden sich unterschiedliche Räumlichkeiten, die voller Bilder und Objekte sind. Sorgsam wurde hier Kunst im Vogtland arrangiert, so dass es Freude macht, die vielfältigen Stücke zu betrachten. So befinden sich in einem ebenerdigen Trakt, der eine Mischung aus Remise und einstiger Stallung ist, die verschiedensten Werke, von Malerei bis Holzkunst – präsentiert auf gleichmäßig verlegtem Pflaster.

Ein beeindruckender Raum, mit noch beeindruckenderer Kunst. Man merkt auf Schritt und Tritt, dass das Ehemann Baumann auf dem Parkett der schönen Künste nicht nur zuhause, sondern absolut stilsicher ist.

Vielfältige Kunststile und Objekte, die zum Nachdenken anregen

Die Harmonie der Kontraste setzt sich in den oberen Stockwerken fort. Auch hier wechseln sich Gemälde mit Skulpturen, Figuren und Objekten ab. Zwischen den schöngeistigen Werken finden sich immer auch Objekte, die zum Nachdenken anregen.

Gemälde in Hammerbrücke

Über den Zeitgeist, die Gesellschaft, die Generationen. Die Arrangements der Stücke reichen jeder Galerie zu Ehren und tatsächlich öffnet das Ehepaar seine Türen für Kunstinteressierte auf Anfrage gern. So manches Kunstwerk wechselte hier, an dem Ort, wo das Vogtland ruhig und manchmal verwunschen daherkommt, bereits den Besitzer.

Die Baumanns fühlen sich wohl in der vogtländischen Idylle, in der Gemeinde Muldenhammer, und würden ihre Wahlheimat nicht mehr gegen einen anderen Wohnort tauschen wollen.

Kunst im Vogtland – Leben im Vogtland: In der Wahlheimat angekommen

Warum auch? Haben Sie doch mit ihrem charakteristischen Domizil einen wunderschönen Platz zum Leben und der Kunst frönen, gefunden. Wie kaum ein anderer Ort verbindet ihr Anwesen  Geschichte, Kreativität und Lebenskunst.

Kunst im Vogtland

Wo einst Webstühle den Takt vorgaben, ist heute Kunst im Vogtland zu sehen – ist ein außergewöhnliches Kunstrefugium entstanden. Voller Inspiration, Charakter und Geschichten. Ein versteckter Schatz mitten im Vogtland, der zeigt, dass große Kunst nicht nur in den Metropolen zuhause ist, sondern auch dort zu finden ist, wo man sie am wenigsten erwartet.

Welche Menschen außerdem ihre Herzensheimat im Vogtland gefunden haben, lesen Sie hier.

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