4 besondere Orte in Morgenröthe-Rautenkranz, die man sehen sollte
Morgenröthe-Rautenkranz: Das charmante Bergdorf im Wald ist vielen nur als Geburtsort von Sigmund Jähn und Standort der Deutschen Raumfahrtausstellung bekannt. Dabei hat das Örtchen im Vogtland noch etliches mehr zu bieten. Wir stellen Ihnen fünf wunderbare Orte in Morgenröthe-Rautenkranz, die Sie sich bei einem Besuch anschauen sollten, vor.
1. Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz
Und – natürlich – steht dabei die Deutsche Raumfahrtausstellung auf Platz 1. Dass sie hier, im Geburtsort von Sigmund Jähn, dem international bekannten Kosmonauten ihren Platz gefunden hat, ist in allererster Linie engagierten Einheimischen zu verdanken.
Unermüdlich haben sie sich für diesen außergewöhnlichen Standort stark gemacht, so dass die einzigartige Ausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz als moderne Schau eröffnet werden und stetig wachsen konnte. Einen Vorläufer davon gab es bereits 1979, ein Jahr nach dem spektakulären Flug Sigmund Jähns ins All. Doch wer war der Mann eigentlich?
Morgenröthe-Rautenkranz: Geburtsort des Kosmonauten Sigmund Jähn
Sigmund Jähn, verstorben 2019, wurde 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz im Vogtland geboren und begeisterte sich schon als Kind für Flugzeuge und Sterne. Seine Leidenschaft führte ihn später zum Kosmonautenprogramm der DDR und schließlich 1978 auf eine Mission ins All. Das war am 26. August 1978 und das Gefährt, in dem der Vogtländer abhob, war die sowjetischen Raumkapsel Sojus 31, in der auch Waleri Fjodorowitsch Bykowski aus der damaligen Sowjetunion mitflog. Die beiden reisten denn auch zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Insgesamt dauerte diese außergewöhnliche und in der DDR und international mit Spannung verfolgte Reise 7 Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und 4 Sekunden. In dieser Zeit umkreisten die beiden Kosmonauten die Erde ganze 124 mal. Sigmund Jähn, mit dieser Mission in der Deutschen Demokratischen Republik zum Superstar aufgestiegen, führte in dieser Zeit zahlreiche Experimente durch. Diese waren – unter anderem – wissenschaftlich-technischer, biologischer und materialwissenschaftlicher Natur.
Respekt für die Lebensleistung von Jähn
Als der Kosmonaut aus dem Vogtland wieder Boden unter den Füßen hatte, wurde er in seinem Heimatdorf frenetisch empfangen, wie das beispielsweise hier dokumentiert ist. Die Faszination für Jähn und die Raumfahrt gleichermaßen ist gerade im Vogtland bis heute geblieben. Den „Siggi“ nicht zu kennen, wird – zu Recht – als Bildungslücke angesehen. Mit der Entstehung der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz haben die Vogtländer der Lebensleistung Sigmund Jähns adäquat Respekt gezollt und ihr Dorf mit dieser Schau international bekannt gemacht.

Die Deutsche Raumfahrtausstellung zieht bis heute Gäste aus Deutschland und der ganzen Welt an und zeigt eine beeindruckende Sammlung von Raumfahrtmodellen, Originalobjekten, interaktiven Exponaten und multimedialen Stationen. Besuchern wird hier sowohl die Geschichte der bemannten Raumfahrt als auch deren technischen Entwicklungen spannend und unterhaltsam vermittelt. Zu bewundern ist außerdem die MiG-21 F-13 von Sigmund Jähn, die in Morgenröthe-Rautenkranz immer auch ein beliebtes Fotomotiv ist (siehe Bild).
Planetenpark und Raumfahrtspielplatz machen Morgenröthe-Rautenkranz zum beliebten Familienziel
Wer in Morgenröthe Rautenkranz Station macht, sollte dieses Highlight im Vogtland nicht verpassen und mindestens zwei Stunden Zeit einplanen, denn unter anderem kommt man in den Genuss eines Kinofilms. Auf dem Außengelände gibt es zudem einen Planetenpark und einen Spielplatz für Kinder – genug Möglichkeiten also, um eine schöne Zeit in DEM Highlight von Morgenröthe-Rautenkranz zu verbringen. Die Raumfahrtausstellung hat von Montag bis Sonntag geöffnet, mehr Infos auf der Internetseite der Schau.
2. Sachsengrund: Das stille Waldtal
Dass mit der Deutschen Raumfahrtausstellung die Highlights von Morgenröthe-Rautenkranz schon „abgegrast“ sind – dem ist nicht so. Denn nur wenige Minuten vom Ortsteil Rautenkranz entfernt liegt das vielleicht „schönste Ende der Welt“: Sachsengrund.

Das abgelegene Waldtal ist nur über eine Sackgassen-Straße zu erreichen und wartet mit einer Ruhe auf, in der sich wahrscheinlich Fuchs und Hase wirklich „Gute Nacht“ sagen. Das idyllische Fleckchen ist nichts für Partymacher, Event-Enthusiasten oder Erlebnishungrige. Still und leise stehen die wenigen Häuser in der imposanten Landschaft, so wie sie es seit Jahrzehnten tun.

Besonders die einstigen Zollhäuser (im Bild) sind sehr sehenswert und thronen auf einem leichten Berghang. Der weniger als 40 Einwohner zählende Ortsteil von Morgenröthe-Rautenkranz lädt zum beschaulichen Spaziergang ebenso ein, wie zu einer anspruchsvollen Wanderung.
Wandern und Durchatmen – das Vogtland der Stille genießen
Die grüne Grenze zu Tschechien ist circa 2 Kilometer weit und ebenso still gelegen. Angesichts der herrlichen Ruhe, den schmucken Häusern und dem alles dominierenden Wald ist dieses Fleckchen Erde zum Durchatmen wie geschaffen. Am besten lässt man das Auto in der Nähe der Bushaltestelle am Ortseingang stehen und spaziert oder wandert von dort aus durch die wunderschöne Natur. Wer diese länger als ein paar Stunden genießen möchte, kann sich in Sachsengrund in der einzigen Pension vor Ort einbuchen und das herrliche Vogtland auf circa 750 Meter länger genießen.
3. Die Radiumquelle – ein geheimnisvoller Ort im Wald
Mitten im Wald liegend, leise zwischen mächtigen und hohen Bäumen gelegen, plätschernd – und seit den 1930er Jahren nahezu unverändert: Die Radiumquelle in Morgenröthe-Rautenkranz. Hier sprudelt Wasser der Radonquellen, so wie es in Kurbädern wie Bad Elster bei Kurpatienten angewandt wird. Es soll unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen helfen. Die Radiumquelle diente schon Sommerfrischlern im vorigen Jahrhundert als gesunder Quell und sieht heute noch, bzw. wieder ganz genau so aus wie seinerzeit.

Zu verdanken ist das dem rührigen Heimatverein von Rautenkranz, der die Radiumquelle nach Jahren des Brachliegens wieder in Schwung brachte. Die engagierten Bürger statteten das angenehme Plätzchen mit einer Infotafel und einer Sitzmöglichkeit aus, so dass man hier im Wald die pure Natur genießen kann.
Bei leisem Plätschern Morgenröthe-Rautenkranz von seiner schönsten Seite erleben
Das leise Plätschern des historischen Quells tut hier sein übriges. Ob Picknick oder Seele baumeln lassen: Wer Morgenröthe-Rautenkranz besucht, sollte auch diesen charmanten Fleck im Vogtland nicht auslassen. Zur Quelle gelangt man, indem man von Rautenkranz Richtung Sachsengrund (Ortsausgang Rautenkranz) läuft und dann einmal rechts, gegenüber der Häuserreihe Richtung Ortsausgang in den Wald geht. Vorbei an einem Haus in Alleinlage führt der Weg direkt in den Wald. Dann den zweiten Weg scharf rechts einbiegen und immer dem Pfad folgen. Er führt direkt zur Radiumquelle.
4. Der historische Hochofen von Morgenröthe – Industriegeschichte im Walddorf erleben
Wer würde vermuten, dass hier, in diesem abgeschiedenen Dorf im Vogtland, ein Produkt hergestellt wurde, ohne das keine Kirche auskommt? Und doch ist es so: Im Ortsteil Morgenröthe in Morgenröthe-Rautenkranz steht ein gewaltiger Hochofen, der bis in die 1960er Jahre hinein zur Produktion beeindruckender Glocken diente. Die 1820 in Betrieb genommene Eisenglockengießerei hat insgesamt um die 10.000 imposante Glocken gegossen. Die zwei gewaltigsten Glocken aus Morgenröthe hängen noch heute in Riga. Im Dom und der Allerheiligenkirche läuten sie ihr kontinuierliches Spiel – vom Vogtland aus einst in die berühmte lettische Stadt gekommen.

Heute ist der Hochofen Teil eines Freilichtmuseums in Morgenröthe, das vom Handwerk des Glockengießens erzählt. Der Ortsteil, zwischen Rautenkranz und Sachsengrund gelegen, lädt ein, dort dieses interessante Industriedenkmal zu besichtigen und teilweise auch zu begehen.
Fazit: Morgenröthe-Rautenkranz im Vogtland hat über die Deutsche Raumfahrtausstellung hinaus einiges zu bieten. Da das Dorf zudem auch ein staatlich anerkannter Erholungsort ist, empfiehlt es sich, länger als nur ein paar Stunden hinzufahren. Urlaub, Kurzurlaub, Wochenend-Trip: Morgenröthe-Rautenkranz ist immer ein lohnenswertes Ziel! Nicht zuletzt, weil vom Ort selbst in alle Richtungen schöne Spazier- und Wanderwege abgehen. Diese führen immer in den Wald und tun Körper und Seele einfach nur gut!
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