Aschbergwiege
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Die Sage von der Aschbergwiege bei Klingenthal: Ein Goldschatz tief im Wald?

Wer den Aschberg im Vogtland besucht, wird zuerst die spektakuläre Aussicht bewundern und sich an den vielen typischen traditionellen Vogtlandhäusern erfreuen. Der faszinierende Berg, auf dem etliche Wohnsiedlungen liegen, ist 936 m n.m. hoch und befindet sich im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet bei Klingenthal. Der Aschberg-Gipfel liegt in Tschechien. Was viele Menschen – selbst manche Vogtländer – nicht wissen: Tief im Wald des Aschberges verborgen, liegt die Aschbergwiege – eine imposante Felsformation, um die sich die spannende Sage von der Aschbergwiege im Vogtland rankt.

Die Sage von der Aschbergwiege im Vogtland: Eine Erzählung aus uralter Zeit

Um dorthin zu gelangen, muss man die auf dem Aschberg gelegene Jugendherberge erreichen. Vom dortigen Parkplatz aus, rechter Hand, wenn man den Parkplatz im Rücken und die Jugendherberge vor sich hat, geht es in den Wald hinein. Ein Schild verweist auf den Aschberg-Gipfel. Dieser ist das erste Highlight in diesem märchenhaft anmutenden Wald und über einen kleinen Pfad neben dem Schild erreichbar. Nur wenige Minuten ist man zwischen hoch aufragenden Bäumen unterwegs, bis man sich auf tschechischem Staatsgebiet befindet und den Gipfel erklimmen kann. Die Wege sind mitunter etwas steinig, aber mit normaler Kondition spielend zu schaffen.

Zu bewundern ist auf dem Aschberg-Gipfel eine im Querschnitt quadratische Säule aus Granit der Königlich-Sächsischen Triangulirung. Diese diente in alten Zeiten der Landesvermessung und hat heute nur noch geschichtliche Bedeutung. Interessierte können sich dazu auf der Tafel, die neben der Triangulirung aufgestellt ist, informieren. Hier auf dem Gipfel kann man verweilen und den mystisch daherkommenden Wald auf sich wirken lassen.

Aschbergwiege-Wege

Die nächste Station ist die Aschbergwiege, die man erreicht, indem man nach hinten tiefer in den Wald hinein geht. Gehölze, Gräser und Farne flankieren den schmalen Pfad, weshalb sich neben Wanderschuhen auch lange Hosen empfehlen. Man ist – je nach Laufgeschwindigkeit – fünf bis zehn Minuten unterwegs, bis sich auf einmal eine faszinierende Felsengruppe vor einem eröffnet:  Die Aschbergwiege. Still und erhaben thront sie inmitten des Waldes und erinnert tatsächlich an eine wie für einen Riesen geschaffene Wiege.

Tief in den Wäldern auf dem Aschberg rankt sich an einem Ort eine jahrhundertealte Sage

Es wirkt, als ob selbiger in grauer Vorzeit diese riesigen Granitblöcke aufgetürmt hat. Zwischen den Felsen öffnen sich dunkle Spalten und Hohlräume. Alles wirkt geheimnisvoll, die Ruhe im Wald ist nahezu atmosphärisch und macht diesen Ort zum perfekten Mittelpunkt einer Sage. Und die hat es in sich! Im wahrsten Sinne des Wortes…

Aschbergsage

Seit Generationen schon erzählen sich die Menschen in Klingenthal und Umgebung diese Sage von der Aschbergwiege im Vogtland. Tief im Inneren der Felsen soll sich eine verborgene Höhle befinden. Dort liegen angeblich unermessliche Schätze verborgen: Gold, Silber und funkelnde Edelsteine. Doch der Zugang bleibt den meisten Menschen verwehrt. Nur an einem einzigen Tag im Jahr soll sich der Fels öffnen, an einem Sonntag, so erzählt es die Überlieferung (manche sagen auch: an einem Gründonnerstag, die Sage variiert…). Dann ist der Eingang zur Schatzhöhle für einen ganz besonderen Menschen geöffnet: ein Sonntagskind. Als Sonntagskind gilt bis heute jemand, der an einem Sonntag geboren wurde.

Ganz früher schrieb man diesen Menschen besondere Fähigkeiten und Glück im Leben zu. Und so handelt die Sage von der Aschbergwiege davon, dass nur ein solches Kind die verborgene Höhle betreten kann. Doch die Sonntagsgeburt allein reicht der alten Erzählung nach nicht aus. Das Kind muss zudem in einer Wiege aus Aschberger Fichtenholz gelegen haben und mit dem „Lächeln des Glücks“ gesegnet sein. Dann ist der Weg in den dunklen Spalt frei.

In der Höhle unter den Felsen sollen kostbare Schätze verborgen sein

Betritt es diesen und hat dann den sagenumwobenen Untergrund erreicht, beginnt die eigentliche Prüfung. Im Inneren der Höhle funkeln Goldstücke, Silber und kostbare Edelsteine. Zwischen all den Reichtümern steht jedoch ein unscheinbarer Gegenstand: eine alte Bergmannslampe. Wer sich von den Schätzen blenden lässt und nach Gold und Edelsteinen greift, verliert alles. Sogar sein Leben, denn dann schließt sich die Höhle für immer. Wer jedoch der Versuchung widersteht und nur die einfache Lampe mitnimmt, dem sollen sich nach der Sage von der Aschbergwiege nach die Schätze der Erde offenbaren. Nicht der sichtbare Reichtum ist also der wahre Schatz, sondern Weisheit, Bescheidenheit und der richtige Blick auf die Dinge. Attribute, die auch heute noch zählen.

Die Sage der Aschbergwiege ist eine Sage aus der Zeit der Bergleute

Historiker vermuten, dass die Geschichte ihren Ursprung im früheren Bergbau der Region hat. Rund um den Aschberg wurde einst nach Erzen gesucht. Vielleicht war es ein Bergmann, der die Sage von der Aschbergwiege erfand, als er vergeblich auf den großen Fund hoffte. Bis heute hat sich die Erzählung, die über Generationen hinweg an langen Winterabenden weitergegeben, wurde, gehalten und gehört inzwischen fest zum Sagenschatz des oberen Vogtlandes.

Dass das so ist, ist auch Menschen wie Heiko Nickel zu verdanken. Der Inhaber des Berggasthauses „Schöne Aussicht“, das sich in der Nähe der Aschbergwiege befindet, ist seit frühester Kindheit vom Aschberg fasziniert. Die Sage von der Aschbergwiege gibt der Gastronom gern an seine Gäste, die bei ihm zum Essen einkehren oder als Pensionsgäste kommen, weiter.

Berggasthof Schöne Aussicht

In der urigen Gaststätte, von der aus man den wohl spektakulärsten Blick über Klingenthal und das umliegende Vogtland hat, stehen Heimatsagen sogar in der Speisekarte. So kann man hier nicht nur verweilen, sondern auch tief in die Mystik des Vogtlands eintauchen. In familiärer Atmosphäre bekommt man hier vom Chef oder dem freundlichen Personal stets Tipps zu unvergesslichen Ausflugszielen, bei denen die Felsen der Sage von der Aschbergwiege nicht fehlen dürfen.

Gestein auf dem Aschberg

Und ganz egal, ob man an diese märchenhaft-mystische Sage glaubt oder nicht – so oder so strahlt das Gestein in den Bergen eine ganz spezielle Atmosphäre aus. Diese begeistert auch als ganz normales Wander- oder Ausflugsziel, unabhängig von der Sage über die Aschbergwiege.

Die gewaltigen Felsen, die tiefen Waldschneisen und die Abgeschiedenheit im Wald muss man erlebt haben, wenn man sich für die Region Klingenthal, das Vogtland und seine alten Geschichten interessiert.

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